Nudeln mit Tomatensoße
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| Bild Quelle: Nudelgerichte für Kinder - Familien-Rezepte - Themen - Kind und Kegel |
Neulich saß ich mit meinen Kindern mittags am Esstisch. Es war Samstag. Papa war nicht da, die Große musste in einer halben Stunde zu einem Kindergeburtstag, das Frühstück lag schon etwas zurück, die Zeit war knapp. Alle brauchten etwas im Bauch. Etwas Schnelles, das satt macht und allgemeine Zustimmung findet, musste auf den Tisch. Nudeln mit Tomatensoße.
Ins gefräßige Schweigen hinein stellte ich die rhetorische Frage: „Äh, sagt mal, wann habe ich eigentlich zum letzten Mal etwas anderes als dieses Gericht gekocht…?“ - „Hihihi. Keine Ahnung, Mama.“
Das Gelächter in der Antwort zeigt, dass zumindest der Hälfte der Familie dieser Umstand sehr recht ist.
Ausgewogenes Essen ist mir eigentlich nicht unwichtig. Mich wurmte diese Erkenntnis und ich bezog sie in meine nächtlichen Denkzirkel (immer gerne ab 3:00 Uhr) mit ein. Zwei Hauptgründe konnte ich herausarbeiten:
1. Kochen ist ein kreativer Prozess. Für Kreativität brauche zumindest ich freie Gedanken, gute Laune, ein inspirierendes Umfeld.
Aktuell koche ich in einer kleinen Küche mit wenig Arbeitsfläche und permanent einem kleinen Hocker mit kleinem Menschen obendrauf, der helfen möchte. Per se finde ich zumindest Letzteres fantastisch. Mitmachen, helfen, Selbstwirksamkeit erleben… Daraus erwächst so viel. Und das will ich unbedingt unterstützen. Gleichzeitig bin ich fast immer in Situationen, die schnelle Lösungen erfordern. „Was!? Schon so spät!?“ Und dann ein Kind in der Küche, das begeistert die Soße umrührt und den Schneebesen oder gar den ganzen Topf aus Versehen durch die Küche feuert. Allein bei dem Gedanken kriege ich Stresspickel.
2. Der Thermomix ist kein schneller Helfer.
Infolge der schockierenden Nudelerkenntnis habe ich mich besonnen, dass ich doch dieses ultrahilfreiche Zaubergerät in der Küche stehen habe. Warum nutze ich es denn nicht andauernd? Absatzveranstaltungen versprechen uns doch so vehement gesunde Blitzgerichte mit frischen Zutaten.
Die Antwort ist: Rezepte, die auswählbar sind, geben total unrealistische Arbeits- und Garzeiten an. Ein Blumenkohl-Kartoffelauflauf beispielsweise ist mit 50 Minuten Gesamtzeit ausgewiesen. In Wahrheit habe ich zweieinhalb Stunden gebraucht. Ich bin nicht zwischendurch woanders hingegangen, bin kein ungeübter Küchenidiot, der zu lange zum Kartoffelnschälen braucht. Die Zeiten stimmen schlichtweg nicht.
Zusätzlich sind die benötigten Zutaten oft einfach nicht in meinem Vorratsschrank. Um etwas mit dem Thermomix zu kochen, muss ich vorher gezielt einkaufen.
Oder ich finde keine ansprechenden fleischlosen Rezepte. In der Rezepte-App ist beispielsweise der Filter „Vegetarisches Hauptgericht“ gesetzt, und im Rezept findet sich in der Mitte der Schritt „Nun den Schinkenspeck hinzugeben“ wieder.
Da gerne nochmal ansetzen, Vorwerk!
Wie bei der Ursachenfindung habe ich nun auch zwei Ansätze, mit der Teigwarensituation umzugehen. Sie sind aber zum Glück parallel anwendbar.
1. Ich akzeptiere meine fehlende Inspiration als ein Symptom dieser lauten Lebensphase.
2. Ich mache mich schlau und suche (ob mit oder ohne Thermomix) nach Kochkursen „Schnelle Küche für die bewegte Familie“ oder so ähnlich.
Und bis dahin esse ich Nudeln mit Tomatensoße.

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